Unglaublich, aber wahr …
Oft als Schrauber bezeichnet kommen den Servicetechnikern in der Tauchbranche die manchmal unglaublichsten Dinge unter die Finger. So geschehen jetzt auch bei Sport EDER in Neuhaus am Inn. Ein Kunde brachte seinen Atemregler zum Service. Lange nicht mehr getaucht damit, so der erste Eindruck des Technikers Robert Standfuß. Deutlich erkennbar an dem etwas eckeligen Mundstück. Aber als er den Deckel der zweiten Stufe öffnete kam schier unglaubliches zum Vorschein: der Kunde hatte die bereits eingerissene Membrane mit einem Stück Tesafilm geklebt !!! Bei nicht jugendfreien Szenen in TV-Abend-Sendungen heißt es immer: So liebe Kinder jetzt mal nicht hinhören…
Wir sagen: So liebe Taucher, jetzt mal bitte nicht nachmachen, kommt einfach früher zum Service mit eurem Equipment. Schließlich hängt an diesen Ausrüstungsteilen unter Wasser euer Leben. Und ein wenig mehr Fürsorge hat eure teure Ausrüstung sicherlich verdient
Wer ein wenig in die Materie hineinschnuppern möchte, dem sei der SSI Kurs Ausrüstung & Technik an´s Herz gelegt. Hier geht´s in erster Linie um die richtige Pflege und Wartung sowie die Durchführung kleinerer Reparaturen. Damit vermindert ihr auch das Risiko einer Vereisung, siehe vorheriger Artikel im www.tauchblog.com
Weitere Info´s bei www.sport-eder.de oder http://www.tauchtechnik-service.de/
Die allgemein vorherrschende Meinung, die Gefahr der Vereisung des Lungenautomaten bestünde nur im Winter oder bei Eistauchgängen ist nicht ganz korrekt. In unseren Breitengraden musst du auch im Sommer mit Verseisung rechnen – man spricht bereits ab Temperaturen von ca. 10°C von Kaltwassertauchen. Dass diese Temperaturen auch im Sommer, zumindest unterhalb der Springschicht erreicht werden können, weiß jeder, der sich schon mal in die finsteren Tiefen der heimischen Seen vorgewagt hat.
Wie kommt es eigentlich zur Vereisung des Lungenautomaten ?Zunächst einmal erkennst du die Vereisung am Abblasen der 2. Stufe. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Automat auch wirklich in der zweiten Stufe vereist ist. In einem Großteil der Fälle vereist die erste Stufe!Stellt sich die Frage wie kommts?Ein Blick in die Physik sagt uns, dass sich Luft beim Entspannen abkühlt (adiabatische Expansion). Dabei kann die Temperatur kurzzeitig auf -20°C fallen, auch wenn im Umgebungsmedium keine Minustemperaturen vorherrschen. An Stellen im Lungenautomaten, wo diese kalte Atemluft nun mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, können sich Eiskristalle bilden und das ist genau da, wo das Ventil in der Ersten Stufe schließt. Das Eiskristall verhindert ein schließen des Ventils und der Regler bläst ab.
Risikofaktoren für eine Vereisung des Lungenautomaten
- feuchte Atemluft – ist zu 90% die Ursache
- falsche (feuchte) Lagerung des Atemreglers kann überall im Automaten zur Vereisung führen
- falsche Handhabung des Automaten beim Abspülen
- hoher Luftdurchsatz: gleichzeitig einatmen und Jacket befüllen aus der gleichen ersten Stufe
- Automatencheck unter 0°C durch feuchte Atemluft à nur über die Luftdusche testen
- je tiefer, desto höher das Risiko
Gibt es eine absolut sicheren Vereisungsschutz?
Diese Frage kann man ganz klar mit Nein beantworten, einen 100%-igen Vereisungsschutz gibt es nicht.Wie kann man das Risiko reduzieren?Benutze grundsätzlich nur kaltwassertaugliche Atemregler und vermeide Tauchgänge über 20 m. Weitere Tipps:Technische Maßnahmen
- Verwende eine Flasche mit einem getrennt absperrbaren Doppelventil. Daran werden dann 2 separate Lungenautomaten befestigt. Im Falle einer Vereisung wird dann der betroffene Abgang zugedreht und du tauchst mit dem 2. Lungenautomaten weiter und beende den Tauchgang! Für Tauchgänge mit 2 separaten Systemen solltest du dich unbedingt von deinem Tauchlehrer ausbilden lassen und über die Konfiguration der Ausrüstung beraten lassen!
- Lasse Deine Flasche nur in vertrauenserweckenden Tauchbasen füllen und behalte immer einen Restdruck von mind. 10 bis 20 bar in der Pressluftflasche.
- Bringe deine Atemregler regelmäßig zum Service – meist jährlich.
Taucherisches Verhalten
- Vermeide einen hohen Luftdurchsatz (durch schnelle Atmung, gleichzeitiges Benutzen von Atemregler und Inflator). Versuche einen ruhigen Atemrhythmus unter Wasser herzustellen – auch wenn´s kalt ist …
- Lagere und montiere dein Tauchgerät am besten nur in einer trockenen und warmen Umgebung
- Wenn die Lufttemperatur unter 0 Grad liegt, beginne erst unter Wasser mit der Atmung durch den Lungenautomaten
Drücke beim Abspülen Deines Atemreglers auf keinen Fall die Luftdusche. Ebenso ist die 1. Stufe wasserdicht zu verschliessen. Geschieht dies nicht, kann Wasser in den Lungenautomaten eindringen und beim nächsten Tauchgang für Vereisung sorgen.
Was ist zu tun, falls der Automat wirklich vereist ?Keine Panik – aus einem abblasenden Automaten kann man ohne Probleme weiteratmen. Verschließe bei der Atmung aus einem abblasenden Automaten nicht wie gewohnt das komplette Mundstück deiner 2. Stufe, sondern lasse die überschüssige Luft an der Seite entweichen. Halte dabei deinen kopf schräg, damit dein Gesichtsfeld nicht durch die Luftblasen zu sehr eingeschränkt wird. Du kannst auch mit einem abblasenden Automaten zur Oberfläche aufsteigen, wenn in der Nullzeit und nicht zu tief bist. Bei zwei getrennten Systemen steige auf deinen zweiten (getrennt am zweiten Abgang monierten) Automaten um und gib deinem Tauchpartner ein Zeichen. Dein Buddy schließt das betroffene Ventil.
Die Uhren sind umgestellt, der Herbst hat voll Einzug gehalten und der Winter steht bevor. Nun gibt´s ja unter uns Tauchern die Spezies “Hardcore-Diver”, also die, die sich auch in der kalten
Jahreszeit in die Fluten schmeißen. Natürlich nicht ohne Trockentauchanzug, logisch. Dass diese Spezies mit dem Trocki nicht nur trocken bleibt, sondern noch mehr Vorteile genießt, stellen wir hier kurz dar:
- Weniger Luftverbrauch
Durch die wärmende Luftisolationsschicht im Trockentauchanzug, kühlt der Körper weniger schnell aus, die Atwmfrequenz ist niederiger und damit natürlich der Luftverbauch.
- Der Harndrang kommt nicht so schnell
An dieser Stelle sei die sog. Taucherdiurese kurz in Erinnerung gerufen. Durch die Umverteilung von Flüssigkeit in den Körperstamm aufgrund des hydrostatischen Drucks auf die unteren Extremitäten kommt es zu einer vermehrten Urinpdoduktion der Nieren.
Beim Trockentauchen muss der Körper der Flüssigkeitsumverteilung nicht entgegenwirken und somit ist der Effekt der Taucherdiurese nicht so zu bemerken wie beim Nasstauchen.
- Bessere Stickstoffentsättigung
Dadurch dass alle Körperregionen besser durchblutet sind, kann der Stickstoff gegen Ende des Tauchgangs auch wieder besser abgebaut werden.
- Längere Lebensdauer als Nassanzüge
Meist aus besserem Material hergestellt und aufwändiger verarbeitet, kommt es bei Trockis lange nicht so schnell zu Abnutzungserscheinungen wie bei Nassanzügen. Deshalb sind Trockentauchanzüge nur auf den ersten Blick teuer.
Somit kann ein Trockentauchanzug jedem ambitionierten Taucher im wahrsten Sinne des Wortes nur wärmstens ans Herz gelegt werden. Verlängere deine Tauchsaison und belege einen Trockentauchkurs!
Der zweite Teil des SSI ITC mit Instructor Trainer Stefan BERGER von Sport EDER ging am vergangenen Wochenende über die Bühne. Intensive Workshops für die Pool-Ausbildung, Freiwasser-Ausbildung und den Theorieunterricht mussten die angehenden Tauchlehrer absolvieren. Auch juristische Fragen der Tauchausbildung wurden intensiv diskutiert und erläutert. Den Abschluss bildete eine Diskussionsrunde zum Thema Tauchen als Geschäft. nun sind die Kandidaten asehr gut vorbereitet um am nächsten Wochenende den IE ohne Schwierigkeiten meistern zu können.
Neuer DAN Instructor Kurs in Wegscheid begonnen
Deutschlands erfolgreichster DAN Instructor Trainer (Stand: September 2008) Stefan Berger hat wieder einen umfangreichen DAN Instructor Kurs begonnen. Die Teilnehmer bilden sich zum DAN DFR Instructor und DAN BLS Instructor weiter. in praxinhanen lernsequenzen werden die engehenden Instructoren auf die zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Nach dem Kurs dürfen die Absolventen folgende DAN Kurse unterrichten:
- DAN BLS Provider
- DAN Oxygen Provider
- DAN Advanced Oxygen Provider
- DAN AED Provider (Anwendung eines Automatisch externen Defibrillators)
- DAN HMLI Provider (Verletzungen durch Meerestiere)
Weitere Info´s über die DAN Instructor-Seminare gibt´s bei Sport EDER unter www.tauchlehrerakademie.info. Fotos vom Seminar finden sie hier: http://www.sport-eder.de/tauchen/bilder_und_berichte_tauchen.htm
DAN berichtet in der aktuellen Ausgabe des Divers Alert von der „Undersea and Hyperbaric Medical Society“ (UHMS) Tagung in Salt Lake City. Dort wurde das Thema „Deep Stops“ abgehandelt. Folgende vorläufige Ergebnisse über Dekompressionstheorien wurden hierbei erarbeitet:
Momentan werden zwei Arten von Deep Stops durchgeführt:
Empirische Deep Stops
Bei einem Nullzeittauchgang auf 18 – 40 m wird ein Stop auf halber Maximaltiefe von 1 – 5 Minuten gemacht zusätzlich zum Sicherheitsstopp auf 3-5 m.
Aus Algorithmen abgeleitete Deep Stops
Hier gibt es im Sporttauchbereich zwei Arten:
- Gewebesättigungsalgorithmus wie bei UWATEC. Hier wird die Stickstoffsättigung in den unterschiedlichen Körpergeweben (Kompartimenten) errechnet.
- Blasenbezogene Algorithmen wie bei Mares RGBM. Diese berücksichtigen ebenfalls die gelöste Gasmenge im Gewebe, beziehen aber die mögliche Entstehung von Gasblasen während der Dekompression mit ein. Diese gasblasenbezogenen Rechenmodelle schreiben in der Regel Dekompressionstopps bereits in größeren Tiefen vor als die Modelle , die sich rein auf Gewebesättigung beziehen.
Nun gibt es aber eine Menge komplexer Vorgänge im Körper, die nicht mit Formeln berechnet werden können. Daher ist die Wahrscheinlichkeit einer Dekompressionskrankheit bei Tauchgängen auf 10 – 40 m bei 10.000 Tauchgängen immer noch bei 1 – 4 Fällen.
Untersuchungen konnten bei folgenden Tauchgängen positive Auswirkungen auf das Gasblasenvorkommen nachweisen und somit geben auch wir von Sport EDER diese Empfehlung an alle Sporttaucher weiter:
Bei jedem Tauchgang mit Rechteckprofil auf Tiefen von 25 – 30 m soll ein Deep Stop auf halber Maximaltiefe von mindestens 2:30 Minuten und ein Ebensolanger im Flachwasser 3 – 5 m eingehalten werden.Diese Erkenntnisse können derzeit nicht auf tiefere oder flachere Tauchgänge übertragen oder umgerechnet werden!
Forscher entwickeln Verfahren zur Ölgewinnung aus Grünalgen
Biodiesel kam in den letzten Jahren in Kritik, da sich die zur Gewinnung benötigten Anbauflächen als Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion herausstellten. Der Einsatz von Algen als pflanzliche Biodiesel-Rohstoffe könnte hier eine Lösung bieten. Meeresbiologen der Universität Wienhttp://www.univie.ac.at/marine-biology prüfen derzeit in Kooperation mit der BioDiesel Internationalhttp://www.biodiesel-intl.comVerarbeitungsformen und Erträge einer ölhältigen Mikroalge, die sich für die Erzeugung von Biodiesel eignet.
Dass aus Algen Öl gewonnen werden kann, ist bereits seit den 70er-Jahren bekannt. Sie sind in ihrer fossilen Form immerhin an der Entstehung von Rohöl beteiligt. “Bisher wurde aber die Untersuchung aus Kostengründen nicht weitergeführt”, so Forschungsleiter Friedrich Schagerl gegenüber pressetext. Der finanzielle Aufwand für erforderliche Photobioreaktoren und die Entnahme der Algen aus dem Flüssigmedium sei groß, jedoch steige mit den Treibstoffpreisen das Interesse der Wirtschaft an dieser alternativen Gewinnung. Doch auch lebende Schwebealgen enthalten für die Biomasse nutzbares Öl, das sie zum Überleben brauchen. Die Ölpartikel machen sie leichter und verhindern ihr Absinken in Tiefe, wo es kein für die Photosynthese notwendiges Sonnenlicht gibt. Besonders hohe Fettgehalte haben die verschiedenen Arten der Grünalge Botryococcus. Um die Verarbeitungsmöglichkeiten zu erforschen, isoliert das Wiener Forscherteam zunächst Algen aus verschiedensten Biotopen, züchtet sie und sucht nach ihrem maximalen Ölgehalt. “Die wichtigste Voraussetzung für das Wachstum von Algen ist das Sonnenlicht, das bei der Züchtung in nördlichen Regionen durch künstliche Beleuchtung ersetzt werden muss”, erklärt Schagerl. Das Flüssigmedium, in dem die Algen wachsen, enthalte eine Nährlösung aus Phosphor, Stickstoff, Kohlenstoff und anderen mineralischen Stoffen, außerdem brauche die Pflanze zum Aufbau der Biomasse große Mengen an Kohlendioxid. “Das für den Photobioreaktor notwendige CO2 erhalten wir von einem Biomasse-Kraftwerk. So werden dessen Abgase selbst wieder als Biomasse gebunden”, so der Wiener Meeresbiologe.
Der benötigte Rohstoff für Algensprit wächst schnell und die verlorene Agrarfläche ist im Vergleich zu Biodiesel aus Feldfrüchten klein. Doch auch von der Qualität des Algen-Biodiesels verspricht sich Schagerl einiges. “Durch eine nachträgliche Veresterung kann hochwertiger Kraftstoff hergestellt werden, die Anwendung ist sogar für das Flugzeugbenzin Kerosin denkbar.” Die Qualität des Diesels hänge vor allem von der Art der Alge ab, so Schagerl abschließend.
Der erste Teil des ITC liegt bereits hinter den Teilnehmern. Viele Einheiten im Pool und im Unterrichtsraum haben die Tauchlehrerkandidaten abgeleistet. Christoph, Anna, Max, Stefan und Uli sind auf dem besten Wege zum IE. Alex und Dieter unterstützen nach besten Kräften den ITC von SSI Instructor Trainer Stefan Berger.
Die Teilnehmer im Wegscheider SSI ITC haben ihre ersten Referate beendet. Ausrüstungsthemen wie Isolationssystem oder ABC-System standen auf der Tagesordnung. Nun geht es in die zweite Runde, bevor am Abend an den Präsentationstechniken gearbeitet wird. Weitere Info´s: www.tauchlehrerakademie.info
SSI Tauchlehrerausbildung in Wegscheid, Bayerischer Wald
Anna Deiner, Christoph Berger, Max Wimmer, Uli Schmidt und Stefan Breitenfellner nehmen derzeit an einem SSI ITC der Tauchlehrerakademie EDER teil. Kursort ist Wegscheid, durchgeführt wird der Kurs von SSI Instructor Trainer Stefan Berger. Die Ausbildung läuft im Wochenendformat und dauert noch bis zum 02.11.2008. Morgen geht´s zum ersten Termin in den Poll. Wir werden wieder berichten. Weitere Info´s: www.sport-eder.de