Oktopusse haben einen gemeinsamen Vorfahren

Census of Marine Life: Ur-Kraken in Tiefsee um Antarktis aufgespürt

Sehr viele der Tiefsee-Oktopusse stammen von einem einzigen Vorfahren ab, der auch heute noch in den eisigen Tiefen des südlichen Polarmeeres lebt. Die Forscher nehmen an, dass sich die Tiere vor 30 Mio. Jahren, nachdem sie von nahrhaften und salzhaltigen Strömungen verteilt wurden, entwickelt haben. Die Studienergebnisse werden anlässlich des vierten Treffens der Forscher vom Census of Marine Life (CoML) http://www.coml.org bei der Weltkonferenz über die Marine Biodiversität in Valencia präsentiert. Mehr als 2.000 Wissenschaftler aus 82 Ländern werden bis 2010 die Ergebnisse der ersten Artenzählung der Meere präsentieren. 

“Die Erforschung der Evolution der Tiefsee-Oktopusse ist Teil eines Programms namens Census of Antarctic Marine Life”, so Ron O’Dor, Co-Senior-Wissenschaftler von CoML gegenüber pressetext. Im vierten Zwischenbericht, der nun vorgestellt wird, spiele die Evolution von Spezies – vor allem jener aus der Tiefsee eine wichtige Rolle. “Uns ist es erstmals gelungen, anhand von molekularen Untersuchungen diese Entwicklung zu dokumentieren und auch zu beweisen”, erklärt der Forscher. Jan Strugnell, Biologin der British Antarctic Survey http://www.bas.ac.uk, konnte die DNA-Analysen durchführen. Demnach sind die Oktopusse in die neuen Ozeanbassins vor etwa 30 Mio. Jahren eingewandert. Damals begann sich das Wasser abzukühlen und Eisschollen zu bilden. Der Grund dafür war ein nach Norden strömender Fluss von kaltem nährstoffreichem Wasser mit hoher Salz- und Sauerstoffkonzentration. Forscher bezeichnen diesen Fluss als Thermohaline Zirkulation. Sie entsteht im Ozean, wenn der Salzgehalt und die Temperaturen in unterschiedlichen Gebieten unterschiedliche Wasserdichten hervorrufen. Wasser ist umso schwerer, je salziger oder je kälter es ist – die gleiche Wasserdichte kann also durch verschiedene Kombinationen der Wassereigenschaften zustande kommen. 

Isoliert und an diese neuen Lebensbedingungen gebunden, haben sich zahlreiche neue Arten entwickelt, wie Stagnell in ihrer Arbeit nachweisen konnte. Einige der Oktopus-Arten haben beispielsweise keine Tinte mehr, da sie diese in der Tiefsee ohnehin nicht brauchen können. Neben den Erkenntnissen über die Kopffüßer in den Gewässern um die Antarktis werden auch andere wichtige Themen beim Expertentreffen diskutiert. Dazu gehören etwa neue Technologien zur Erforschung der Meere sowie die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Leben in den Ozeanen. Quelle: pressetext.austria

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Große Fortschritte bei Zählung der Meeresbewohner

Erste Zwischenbilanz des Census of Marine Life in ValenciaTauchshop

Acht Jahre nach dem Start des Projekts Census of Marine Life http://www.coml.org - einem globalen Meereserforschungsprogramm – verläuft die erste Zwischenbilanz sehr positiv, berichten die Forscher. Der Zwischenbericht wird anlässlich des vierten Treffens der mehr als 2.000 beteiligten Forscher aus 82 Ländern bei der Weltkonferenz über die Marine Biodiversität in Valencia präsentiert. “Wir haben wirklich wesentliche Schritte erreicht und werden 2010 bei der Präsentation des Schlussberichts mit einigen Überraschungen aufwarten”, so der niederländische Meeresbiologe Carlo Heip vom Scientific Steering Committee des Census of Marine Life gegenüber pressetext. In den vergangenen Dekaden habe man in den Meeren gewaltige Veränderungen feststellen können. Diese sind vor allem durch den Verlust der großen Raubfische wie Tun oder Haie mitbestimmt. “Wenn große Räuber fehlen, verändert sich die gesamte Nahrungskette”, so der Wissenschaftler. “Die kommerzielle Fischerei ist in den vergangenen Jahren in immer größere Meerestiefen vorgedrungen und hat neue, bisher nicht gejagte Fischarten für sich entdeckt. Besonders untermeerische Bergrücken, die in internationalen Gewässern liegen, werden nun zunehmend befischt.” Viele der dort vorkommenden Fische weisen extrem langsame Reproduktionsraten auf, weil sie erst spät geschlechtsreif werden. Die Ausbeutung der Ozeane habe in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Flotten der EU fischen gemeinsam mit Fangflotten aus China oder Taiwan nun vor den Falkland Inseln, vor der Küste Namibias oder Mauretaniens. “Auch wenn man der Bush-Regierung in Sachen Umweltschutz nicht viele positive Dinge nachsagen kann, ist die Schaffung vier weiterer großer mariner Schutzzonen im Pazifik beschlossene Sache”, so Ron O’Dor, Koordinator des Census of Marine Life in Washington DC und Wissenschaftler an der Dalhousie Universität, im pressetext-Interview. Bereits der erste marine Park westlich von Hawaii habe gezeigt, dass sich der Fischbestand in No-Go-Zonen schnell erholen kann. “Wir müssen auch in der Öffentlichkeit ein verstärktes Bewusstsein dafür erzeugen, dass die Meere lebensnotwendig sind.” Es gebe allerdings nicht nur negative Neuheiten zu berichten, erklärt O’Dor. “Wir haben erstmals in historischen Aufzeichnungen in Dänemark auch Hinweise auf die Fischerei in den vergangenen 500 Jahren bekommen.” Es sei interessant zu beobachten, welche Spezies zu welchen Zeiten besonders intensiv befischt wurden. “Auch daraus kann man ableiten, dass die Schaffung mariner Schutzzonen zur Arterhaltung lebensnotwendig ist.” Wenn eine Art kommerziell ausgestorben ist, bedeute das noch nicht automatisch, dass es gar keine Fische mehr gibt, sondern nur, dass sich die kommerzielle Befischung nicht mehr lohnt. O’Dor betont, dass das Aussetzen der Fischerei in bestimmten Regionen für eine gewisse Zeit in der Regel zu einer raschen Erholung der Bestände führt. Patricia Miloslavich aus Venezuela und eine der Senior Scientists des Projekts beschäftigt sich mit der Verbreitung von Mollusken. “Wir beginnen erst jetzt langsam zu verstehen und uns ein Bild davon zu machen, wie sich die komplexen und weltweit miteinander verbundenen Strukturen der Artenvielfalt im Meer zueinander verhalten”, so die Expertin. Genau das unterstreiche die Bedeutung der Schutzgedanken. 

Der erste marine Zensus werde also nicht nur eine Bestandsaufnahme aller vorhandener Arten sein, sondern auch die Erkenntnis über Zusammenhänge bringen, die scheinbar wenig miteinander zu tun haben, betont Heip. Zahlreiche internationale Organisationen ebenso auch die EU – beispielsweise mit dem MarBEF-Programm http://www.marbef.org - fördern das Projekt. (Ende) 

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Mond steuert Paarung von Meeresorganismen

Strandbeleuchtung verhindert Fortpflanzung von Ringelwürmern

Der Mond steuert biologische Rhythmen bestimmter Meeresorganismen, besonders auch das Paarungsverhalten. Das untersucht derzeit Kristin Tessmar-Raible an den Max F. Perutz Laboratories in Wienhttp://www.mfpl.ac.at. Die im Wasser lebenden Ringelwürmer benutzen das Mondlicht zur Abstimmung des Zeitpunktes ihrer Paarung. Bei einer ganzen Reihe weiterer Organismen sind ähnliche Effekte zu beobachten, die auf evolutionär bedingte, gemeinsame Lichtsinneszellen zurückzuführen sind. “Meerswürmer, Weichtiere, bestimmte Fischarten, Krabben und Korallen sind in ähnlicher Weise in ihrer Reproduktion vom Mondlicht gesteuert, selbiges betrifft auch die Fortpflanzung von Braunalgen”, so Tessmar-Raible im pressetext-Interview. Die Hintergründe dieses schon seit Aristoteles bekannten Phänomens sollen nun erstmals entziffert werden. Erkenntnisse auf diesem Bereich sollten bei Überlegungen zum Umweltschutz berücksichtigt werden. “Die nächtliche Beleuchtung von Küstenstädten oder von Hafenanlagen ist um vieles stärker als das Mondlichtsignal”, erklärt Tessmar-Raible. Diese Dauerbeleuchtung könnte verhindern, dass die betroffenen Tiere zum gleichen Zeitpunkt Eier und Spermien ins Wasser abgeben, was die notwendige Voraussetzung für erfolgreiche Befruchtung ist. “Bestätigt sich diese Annahme, hätte das weitreichende Folgen für das ökologische Gleichgewicht. Denn die Nahrungsketten würden sich verschieben und manche an den Küsten angesiedelte Arten könnten ganz verschwinden”, so die Forscherin. 

Mögliche Gegenmaßnahmen des Artenschutzes werden im Labor ausprobiert. Dazu bestrahlt Tessmar-Raible Ringelwürmer mit verschiedenen Lichtquellen. Wird ein Zusammenhang des Paarungsverhaltens mit bestimmten Lichtwellenlängen oder mit der Beleuchtungsdauer gefunden, sollte dies bei der Strandbeleuchtung künftig berücksichtigt werden. 

Der mit 1,2 Mio. Euro dotierte START-Preis des Wissenschaftsfonds, den Tessmar-Raible am gestrigen Montag entgegennahm, ermöglicht ihrer Forschergruppe die vertiefende Weiterführung der Arbeit. “Wir wollen verstehen, wie die mondgesteuerte Rhythmik bei den Meeresorganismen funktioniert – bisher gibt es dazu nur eine Arbeit über Korallen”, erklärt Tessmar-Raible. Die am Oszillator beteiligten Moleküle sollen untersucht werden wie auch die hormonelle Signalübertragung vom Kopf in die Geschlechtsorgane der Würmer. “Schließlich ist auch noch die Frage offen, in welchem Verhältnis die lunaren Rhythmen zur 24-Stunden-Uhr stehen, die ja den Schlafrhythmus bestimmt”, so die Molekularbiologin abschließend.

Quelle: pressetext.austria

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Neue Tauchlehrer bei Sport EDER

SSI IEDie Tauchlehrerakademie EDER aus Neuhaus am Inn führte in Wegscheid, Bayerischer Wald, unlängst einen SSI Instructor Training Course durch. SSI & DAN Instructor Trainer Stefan Berger bereitete die fünf Teilnehmer intensiv auf die Instructor Evaluation vor.  Anna Deiner, Christoph Berger, Stefan Breitenfellner, Max Wimmer (allesamt vom Platinum Dive Center Sport EDER) und Ulrich Schmidt (Tauchturmn Seiersberg) waren durch ihren SSI Divecon Kurs bereits bestens auf die Anforderungen im ITC eingestellt. Somit stand auch einem erfolgreichen Verlauf des Kurses nichts mehr im Wege. Bei diesem ITC bildeten sich Alex Geiger und Dieter Wittmann (beide Platinum Dive Center Sport EDER) zu SSI Divecon Instructors weiter. In der anschließenden Instructor Evaluation, von Wolfgang EDER durchgeführt, konnten alle Teilnehmer ihr didaktisches und taucherisches Können unter Beweis stellen und ihre Tauchlehrerurkunden in Empfang nehmen. Vier Teilnehmer belegten auch verschiedene DAN Instructor Kurse. So konnten Max Wimmer, Stefan Breitenfellner, Ulrich Schmidt und Dieter Wittmann von DAN Instructor Trainer Stefan Berger sowohl die Urkunden für den DAN BLS Instructor als auch für den DAN Diving First Responder Instructor entgegennehmen.  Alex Geier belegte den Kurs zum DAN MO2-Rebreather Instructor. Der Sport EDER-Staff wird damit um vier weitere hervorragend ausgebildete Tauchlehrer erweitert und umfasst mittlerweile über 45 aktive SSI Diveleader.


Weitere Infos gibt’s bei Sport EDER, www.sport-eder.de , Neuhaus am Inn, Tel.: 08503 – 80 10, info@sport-eder.de ,

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Fischvergiftung: Lichtblick bei Gegenmittel

Ciguatera betrifft jährlich 50.000 Menschen

Geschätzte 50.000 Menschen in tropischen Regionen erkranken jährlich an Fischvergiftungen, die durch Ciguatera-Toxine verursacht werden. Erst kürzlich hat ein internationales Forscherteam vorgeschlagen, eine bereits patentierte Substanz namens Brevenal gegen die neurologischen Symptome, die monatelang anhalten können, zu verwenden. Die jüngsten Forschungsergebnisse über die Behandlung der Erkrankung, die ausschließlich zwischen dem 35 Grad nördlichen und 35 Grad südlichen Breitengrad auftritt, diskutieren Wissenschaftler bei einer Konferenz auf der französischen Pazifikinsel Neukaledonien. 

Erste Berichte über eine solche Fischvergiftung kommen bereits bei der zweiten Expedition des britischen Seefahrers James Cook im Jahr 1774 vor. Die Erkrankung tritt nach dem Genuss von ansonsten ungiftigen Speisefischen auf und führt neben Erbrechen, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen zu Hautausschlägen, Taubheitsgefühl in Lippen- und Mundschleimhaut sowie zu neurologischen Symptomen wie der Umkehr des Kalt-Warm-Empfindens. Verursacht wird die Fischvergiftung durch Dinoflagellaten, die in Meeresalgen leben und die verschiedene Toxine produzieren. In Fischen, die diese Algen fressen, reichern sich diese Gifte, die auch durch Erhitzen nicht neutralisiert werden können, an. Das erklärt auch, warum Raubfische besonders hohe Konzentrationen der Toxine in sich tragen. Dieses Ciguatera-Gift wirkt beim Menschen als Nervengift und beeinflusst die Übertragung von Reizen von Nervenzelle zu Nervenzelle. Eine besondere Rolle spielen dabei die Verbindungsstellen zwischen zwei Nervenzellen bzw. zwischen Nervenzelle und Muskel, die so genannten Synapsen. 

Der Forscher Frederic Meunier vom Queensland Brain Institute & School of Biomedical Sciences hat den Versuch angestellt, Brevenal als Mittel gegen Ciguatera einzusetzen. Fast zeitgleich hat der Forscher Dan Baden von der University of North Carolina Wilmington dieselbe Idee geboren. Die beiden Wissenschaftler haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam weitergeforscht und festgestellt, dass die Substanz eine wesentliche Eigenschaft des Toxins verhindert. Die Ciguatoxine binden nämlich an spannungsaktivierte Natriumkanäle und verursachen deren permanente Aktivierung. “Es sieht so aus als hätten wir nun einen Weg gefunden, diese Wirkung zu blockieren”, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin Plos ONE http://www.plosone.org. Eines der großen Probleme war bisher das Fehlen eines geeigneten Medikaments. Erst 2002 hatte eine randomisierte Studie ergeben, dass die einzige Arznei im Vergleich zum Placebo keine wesentliche Verbesserung aufwies. Bisher gab es nur die Möglichkeit einer Akuttherapie in Form einer Infusion mit dem Zuckeralkohol Mannit, der die Urinausscheidung und damit die vermehrte Ausscheidung des Gifts förderte. 

Das Forscherteam will nun die Substanz in einer großangelegten Studie untersuchen und daraus ein geeignetes Medikament herzustellen. Brevenal ist eine nicht toxische Substanz, mit der sich die Algen gegen ihre eigenen Toxine schützen. Die Wissenschaftler wollen nun Brevenal synthetisch herstellen, ehe es im Tierversuch untersucht werden soll. 

Quelle: pressetext.austria

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