Malediven wollen in einer Dekade CO2-neutral sein

Solar- und Windenergie soll fossile Brennstoffe ersetzen 

Innerhalb einer einzigen Dekade will der neue Präsident der Malediven, Mohammed Nasheed sein 1.200 Inseln umfassendes Staatsgebiet CO2-neutral machen. Die nur 298 Quadratkilometer große Republik gehört zu den am stärksten gefährdeten Ländern, da es an vielen Stellen nur wenige Meter aus dem Meer ragt. Ein Anstieg des Meeresspiegels hätte fatale Folgen für die dort lebende Bevölkerung. Nasheed will für viele andere Nationen ein Vorbild in Sachen Klimaschutz sein, berichtet BBC-online.

Keine einzige Malediven-Insel ragt mehr als 1,8 Meter aus dem Meer empor. Gerade dieser Umstand macht das Land vor dem indischen Subkontinent so verletzlich (pressetext berichtete http://pressetext.com/news/081110037/). Mit einer Einwohnerzahl von rund 280.000 sind die Inseln, von denen ein Großteil nicht bewohnt ist, relativ dicht besiedelt. Die Kosten der Energieversorgungsumstellung werden auf rund 110 Mio. Dollar jährlich geschätzt. “Wir verstehen mehr als andere, welche gravierenden Folgen uns drohen, wenn wir nicht schleunigst etwas gegen die globale Erwärmung unternehmen”, so der Präsident. Man wolle nicht nur herumsitzen und den Rest der Welt dafür verantwortlich machen, sondern aktiv dagegen steuern. “Hoffentlich werden wir es schaffen CO2-neutral zu werden und können dann ein Vorbild für andere Länder werden.”

“Wir glauben, dass wir das schaffen können und denken, dass jeder in das Projekt eingebunden werden soll. Wir gehen davon aus, dass dies kein leichtes Unterfangen sein wird”, erklärt der Präsident im Telefoninterview mit BBC. Erschwerend komme noch hinzu, dass ein Großteil der Einwohner der Inseln sehr arm ist. “Wir haben für die Implementierung veralteter Energiequellen sehr viel Geld ausgegeben. Das soll nun ein Ende haben.”

Die Malediven http://www.visitmaldives.com sind ein Fremdenverkehrsziel von sonnenhungrigen Erholungsssuchenden und erfreuen sich großer Beliebtheit. Mehr als 600.000 Besucher – davon 75 Prozent aus Europa – reisen jährlich auf die Inseln im Indischen Ozean. Der Tourismus ist auch der größte Wirtschaftsfaktor und deckt über 30 Prozent des BIP. Rund 25.000 Malediver arbeiten in diesem Wirtschaftszweig. “Auch 2008 ist die Anzahl der Besucher nicht gesunken, sondern auf konstantem Niveau geblieben”, erklärt Tourismusminister Mohammed Sawat bei der diesjährigen ITB Berlin http://www.itb-berlin.de. Man wolle das Konzept “Ein Insel – ein Resort” erweitern, um auch zukünftig hohe Besucherzahlen zu erreichen. “Reisende sollen zudem immer öfter in Kontakt mit Einheimischen kommen”, so Sawat. Sein Ministerium unterstütze daher den Ausbau des Transportnetzes, damit Touristen schneller zwischen den Inseln reisen können.

Airlines verlieren jährlich eine Mio. Gepäckstücke

Insgesamt 42 Mio. Gepäcksstücke haben die Fluggesellschaften im Jahr 2007 nicht ordnungsgemäß abgefertigt. Eine Mio. davon ist nach Angaben des Air Transport Users Council AUC http://www.auc.org.uk überhaupt verloren gegangen und nicht mehr aufgetaucht. Was die Konsumentenschutzorganisation vielen Fluglinien vorwirft, ist die schlechte und nicht ausreichende Kompensation nach Verlusten oder verspäteter Auslieferung. Einige der Airlines haben erklärt, das Gepäckservice verbessern zu wollen, allerdings kritisiert das AUC die mangelnde Schadenersatzleistung seitens der Fluglinien für die verspätete Lieferung. Die Kritik betrifft auch die geringen Kompensationen nach dem Verlust des Gepäcks, wenn nicht Rechnungen zum Nachweis mitgeliefert werden.

“Verspätetes Gepäck kann viele Gründe haben. Unter anderem zählen hierzu: kurzfristige Umbuchung des Passagiers auf einen anderen Flug, Übergewicht des Flugzeuges, abgerissener Gepäckslabel, Fehler beim Einchecken, technische Probleme in der Gepäckszentrale oder Fehlleitung beim Umsteigen”, so Margot Kapfer Pressesprecherin von Air France http://www.airfrance.at gegenüber pressetext. Eine Entschädigung gibt es nur für einen tatsächlich durch die Verspätung entstandenen Schaden. Das bedeutet, dass etwa eine Ersatz-Zahnbürste, nötigste Pflegemittel und notwendige Bekleidung gekauft werden musste. Die Fluggesellschaft kann sich der Haftung nur entziehen, wenn sie nachweist, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um den Schaden zu vermeiden. Eine reine Reisepreisminderung wegen Gepäckverspätung sieht diese Verordnung jedoch nicht vor.

“KLM-Air France entschädigt Passagiere nach dem international vereinbarten Montrealer Abkommen”, so Kapfer. “Der Passagier muss sich, wenn sein Gepäck nicht da ist, umgehend an den Lost & Found-Schalter in der Ankunftshalle wenden. Dort wird der Vorgang aufgenommen, und eine Referenznummer wird ausgehändigt. Auszufüllen ist ein Fragebogen mit der genauen Beschreibung des Gepäcks und des Inhaltes”, erklärt Kapfer das Prozedere. Alle Ausgaben müssen mit Quittungen belegt werden und innerhalb einer Frist von 21 Tagen nach Erhalt des Gepäcks, in schriftlicher Form an das befördernde Unternehmen angezeigt werden. “Unabhängig davon, ob es sich um eine Gepäcksverspätung oder einen -verlust handelt, werden angemessene Kosten innerhalb der Höchsthaftung des Montrealer Abkommens gegen Rechnung ersetzt.” Die Höchsthaftung beträgt 1.000 Sonderziehungsrechte pro Passagier, was in etwa 1.100 Euro entspricht.

“Was die AUC den Airlines vorwirft, ist die Tatsache, dass diese allzu oft versucht, das Schadensrisiko auf den Passagier abzuwälzen”, so AUC-Vositzende Tina Tietjen. Dass die Zahl der verlorenen bzw. verspätet eingelangten Gepäcksstücke rasant ansteigt, könne man anhand der Zahlen feststellen. 2005 waren es 30 Mio. Gepäcksstücke, die zu spät ausgeliefert oder verloren wurden, 2006 waren bereits 34 Mio. betroffen. Mit steigenden Passagierzahlen gehen die AUC-Experten davon aus, dass diese Zahl auf 70 Mio. Gepäcksstücke bis 2019 ansteigen könnte.

Größter Meeressaurier in der Arktis entdeckt

Schwimmende Raubechse mit 30-Zentimeter-Zähnen Alle bisherigen Größenmaßstäbe durchbricht ein Meeresreptil, dessen Fossil auf der Inselgruppe Svalbard im norwegischen Spitzbergen-Land entdeckt wurde. Die Raubechse aus der Familie der Pliosaurier wog 45 Tonnen und maß 15 Meter, drei Meter lang waren alleine Schädel wie auch die Seitenflossen. “Es gibt kein ähnliches Wasserreptil, das ihm an Größe auch nur nahe kommt”, sagt Espen Knutsen vom Naturhistorischen Museum der Universität Oslo http://www.nhm.uio.no, im pressetext-Interview. Der Paläontologe war Teil des von Jørn H. Hurum geleiteten Ausgrabungsteams, das die Überreste des Reptils entdeckte. Das Tier, das noch keinen wissenschaftlichen Namen besitzt, lebte vor etwa 150 Mio. Jahren in der ausgehenden Jurazeit.

Pliosaurier waren die stärksten Räuber im Ozean und jagten Fische, Tintenfische und auch andere Meeresreptilien. Ihr Körper glich einer Paddelform und verfügte über mächtige Flossen, mit denen die Tiere durchs Wasser glitten. Der aktuelle Fund zeigt ein fast komplettes Exemplar. “Wir fanden Schädel, Hals und Rückenteile, die Schulterparts und eine fast vollständige Seitenflosse”, berichtet Knutsen. Im Schädel steckten noch mehrere Zähne, die bis zu dreißig Zentimeter lang waren und einen Durchmesser von sechs Zentimetern besaßen. Diese außerordentliche Größe sei durch Evolutionsprozesse erklärbar. “Nachdem die Beutetiere immer größer wurden, wuchsen auch die Räuber.” Der Tod des gefundenen Tieres sei natürlicher Art gewesen und ginge auf keine Massenauslöschung zurück, da die Landsaurier erst 85 Mio. Jahre später ausgestorben seien, so Knutsen.

Die arktische Inselgruppe Svalbard, die zu Lebzeigen des Fossils gemäßigt warm war, ist heute ein reicher Fundort für verschiedene Meeresfossilen. Schon 2006 fand man den Schädel eines ersten Pliosauriers, der aus einem Berghang frei herausragte. Die nun entdeckten Reste eines weiteren, vollständigeren Exemplars sind für die Forscher die Bestätigung für die Existenz dieser noch unbekannten Pliosaurier-Art. “Die neuerlichen Funde haben unsere Annahme bestätigt, dass das Tier stärker und größer als alle vergleichbaren Arten war”, so Knutsen. Weitere Expeditionen sollen Hinweisen für weitere verborgene Fossilien nachgehen und klären, ob die Spitzbergen-Insel ein Ort waren, an dem Pliosaurier-Jungen aufgezüchtet wurden.

Vertreter der Pliosaurier wurden bisher in allen Weltmeeren gefunden, besonders in England, Australien, Russland und Südamerika. Der bislang größte identifizierte Pliosaurier ist der australische Kronosaurus, der bis zu elf Meter lang wurde. Beim nun entdeckten Reptil handelt es sich jedoch um eine neue Art. “Was wir gefunden haben, ist nicht nur größer als alle bisher bekannten Meeressaurier, sondern unterscheidet sich auch in gewissen Aspekten von ihnen – etwa im Aufbau der Wirbel, der Flossen oder des Schädels”, so Knutsen. Derzeit wird der Fund bloß als “Monster” bezeichnet, doch die norwegischen Forscher suchen bereits nach einem passenden Namen. “Die wissenschaftliche Bezeichnung wird sich entweder an das Aussehen des Tieres oder an den Fundort anlehnen”, so der Paläontologe abschließend zu pressetext.

WordPress Themes